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    TERESA VON ÁVILA

1515 in Ávila, Spanien, geboren trat sie 1535 in das Karmelitinnenkloster ihrer Heimatstadt ein, wo sie auf eine lange geistliche Tradition traf. Entstanden war dieser Orden, der nach seinem Ursprungsort, dem Berge Karmel im Norden von Israel benannt ist, um 1200 aus einer Gruppe von Einsiedlern. Das Lebensthema der hl. Teresa ist das „Innere Beten“, das nach vielen Hochs und Tiefs in ihrem Leben immer mehr zum roten Faden ihrer geistlichen Erfahrung wird, die in ihren Schriften noch heute nachlesbar ist. „Beten ist für mich nichts anderes als das Verweilen bei einem Freund, von dem ich weiß, dass er mich liebt.“ Dieses Leben in der Freundschaft mit Gott und den Menschen ist auch das Leitmotiv der Brüder und Schwestern ihres Ordens geworden. Gestorben ist die hl. Teresa 1582. Ihr wurde 1970 als erster Frau in der Kirche der Titel einer Kirchenlehrerin verliehen. Sie ist die herausragendste Mystikerin des Christentums und eine Klassikerin ihrer spanischen Muttersprache.
 
 
    JOHANNES VON KREUZ

Geboren 1542 in Fontiveros, Provinz Ávila, begann er 1568 mit zwei weiteren Mitbrüdern als junger Karmelit nach den Vorstellungen Teresas zu leben und bekleidete im neu entstehenden Orden schon bald wichtige Ämter. Infolge von Auseinandersetzungen mit dem Stammorden wurde er 1577 eingekerkert, erlebte aber diese Zeit nach seinen eigenen Worten gleichsam als Sternstunde aufgrund von reichen und tiefen innerlichen Erfahrungen, die er in unvergleichliche Verse kleidete. Von Schwestern und Brüdern seines Ordens gedrängt, schrieb er später neben einer reichen Seelsorgetätigkeit Erklärungen dazu, die heute zum Besten der christlichen Mystik gehören. Gestorben 1591 in Úbeda in Andalusien, wurde er 1927 zum Kirchenlehrer der Mystik ernannt. Johannes vom Kreuz ist einer der bedeutendsten christlichen Gesprächspartner im interreligiösen Dialog.
 
 
    THÉRÈSE VON LISIEUX

Die „Kleine Thérèse“ wurde 1873 in Alençon in Nordfrankreich geboren, verlor in ihrer Kindheit ihre heiß geliebte Mutter, erfuhr jedoch von ihrem Vater und ihren älteren Schwestern viel Zuneigung und Liebe, was die natürliche Voraussetzung für ihren Weg des Vertrauens, den „kleinen Weg der geistlichen Kindschaft“ wurde. Sie trat schon mit 15 Jahren in den Karmel von Lisieux ein, wo sie trotz vieler Anfechtungen an Leib und Seele ihr kindliches Vertrauen auf Gott nie verlor, auch nicht in der dunklen Nacht des Glaubens in ihren letzten Lebensmonaten. 1897 gestorben wurde sie durch ihre „Geschichte einer Seele“ weltbekannt und für viele Menschen zu einer wahren Lehrmeisterin für das christliche Leben im Alltag. 1997 wurde sie zur Kirchenlehrerin ernannt.
 
 
    EDITH STEIN

Die heute als bedeutendste Schülerin des Phänomenologen Edmund Husserl bekannte Frau wurde 1891 in Breslau in einer jüdischen Familie geboren, studierte in Breslau, Göttingen und Freiburg, wo sie 1916 in Philosophie promoviert wurde. Durch ihren philosophischen Werdegang, aber vor allem durch das christliche Lebenszeugnis von Anne Reinach angeregt, kam sie, nicht ohne Suchen und Ringen, zur Überzeugung, Christin zu werden. Die Lektüre der Selbstbiographie und Spiritualität Teresas von Ávila veranlasste sie, sich katholisch taufen zu lassen. 1933 konnte sie endlich ihrem lang gehegten Wunsch folgen und in den Kölner Karmel eintreten. Auf der Flucht vor der Judenverfolgung Hitlers begab sie sich Ende 1938 in den Karmel nach Echt in Holland, wo sie jedoch am 2. August 1942 verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurde. Hier starb sie eine Woche später in der Gaskammer. Sie wurde 1998 heiliggesprochen und ein Jahr später zur Mitpatronin Europas ernannt. Die Veröffentlichung der auf 26 Bände geplanten Gesamtausgabe ihrer Schriften ist im Gange.