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SPIRITUALITÄT |
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![]() Wenn Maria auch nicht mehr im Wappen direkt präsent ist (indirekt ist sie es durch den Stern in der Mitte), so ist sie es doch von Anfang an in Leben und Lehre des Karmel gewesen, da schon die Karmeliten ihr ihre erste Kirche geweiht haben, und ist es bis heute geblieben. Das Hauptfest des Ordens ist ein Marienfest, "Unsere liebe Frau vom Berge Karmel", gefeiert am 16. Juli. Zum Titel der "Patronin" traten schon bald die "Mutter" und auch die "Schwester", sodass die Karmeliten "Brüder der Allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel" heißen, bis heute. An Maria haben sie das "Bedenken des Wortes Gottes" (Lk 2,19) abgeschaut, so dass das Streben nach Innerlichkeit, das Bewusstsein, Gott im eigenen Inneren gegenwärtig zu haben, immer mehr ein Wesensmerkmal des Karmel wurde. Die andere Gestalt des Karmel, der Prophet Elija, mit seinem Ausspruch "Gott lebt, vor dessen Angesicht ich stehe", unterstreicht diesen Weg der Innerlichkeit, der von den Heiligen des Ordens je neu gelebt wurde. Inneres Beten, wie es Teresa in ihren Schriften darstellt und wie sie es gelebt hat, heißt: sich bewußt zu Gott hinwenden vom "Ich" zum "Du", sich seine Gegenwart bewusst machen, zu Gott "Du" sagen und dieses "Du, Gott ...!" auch meinen. Es ist eine Grundhaltung, die sich in den je verschiedenen Gebetsformen ausprägt, sei es beim Beten mit vorgefassten Gebetstexten, in der Liturgie, persönlich stilles oder freiformuliertes Beten, betrachtendes (meditierendes) Beten; das schweigende Beten, das rythmische Beten, eine Gebetsform, bei der bestimmte Gebetsworte im Rythmus des Atems gesprochen werden (Jesus-Gebet, Rosenkranz, Litanei...). Diese Gebetsformen stellen im Bild des Baumes gesprochen die Äste dar: das "innere Beten" ist der Stamm und die Wurzeln, die den Ästen erst Kraft und Leben zukommen lassen. Wichtig ist, dass ich mir immer bewusst bin, mit wem ich rede und wer der ist, der da redet. So erst entsteht personale Begegnung. Alles andere ist reiner Formalismus, der bald in sich selbst erstarrt und den Menschen bei sich selbst stehen lässt und nicht zu Gott führt. Die immer wieder neue Begegnung mit dem in der eigenen Mitte gegenwärtigen lebendigen Gott lässt den Menschen aus dieser Mitte heraus leben. Ein geistlicher Schriftsteller hat die Behauptung aufgestellt: die große Krankheit des modernen Menschen ist, dass er seine Mitte verloren hat. Hier liegt die Aktualität der Karmelspiritualität: sie will den Menschen zu seiner eigenen Mitte führen. "Ich bitte euch ja gar nicht, dass ihr an ihn (den Herrn) denkt oder euch viele Gedanken macht oder in euerem Verstand lange und subtile Betrachtungen anstellt; ich will nicht mehr, als dass ihr ihn anschaut." Der im Schrifttext genannte Engel fehlt auf diesem Bild... aber er ist da in den beiden Händen... Vieles kann für uns in der Krise zum "Engel" werden - ein ermutigendes Wort, ein lieber Mensch, eine neu entdeckte Perspektive - Hoffnungszeichen, die uns neu beleben und uns unseren Lebensweg weiter gehen lassen. Auch Erfahrungen der Krise können zu Gotteserfahrungen werden. |
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